Zwangsprostitution

Ein großes Problem im Bereich der Sexarbeit ist die Zwangsprostitution. Hierbei werden Menschen, meist Frauen und Kinder, dazu gezwungen, sich als Prostituierte anzubieten.

 

Zwangsprostitution

Problem Zwangsprostitution

 

Dabei kann der Zwang auf verschiedene Arten ausgeübt werden, unter anderem durch:

  • Gewalt (physisch und psychisch),
  • Täuschung,
  • Erpressung,
  • Ausnutzung (von Zwangslagen oder Hilflosigkeit des Opfers).

 

Wie sieht die moderne Form der Zwangsprostitution aus?

Zuhälter

 

Die moderne Form der Zwangsprostitution entstand nach dem Zusammenbruch des Ostblocks in Europa.

Mit dem Jugoslawischen Bürgerkrieg in den 1990er Jahren verschärfte sich der organisierte Menschenhandel in Europa deutlich.

Als das Schengener Abkommen getroffen und 1993 die Grenzen in der EU gefallen sind, wirkte sich dies zusätzlich verstärkend auf den Menschenhandel aus.

 

Vorwiegend junge Frauen und Mädchen aus Osteuropa wurden von organisierten Banden nach Deutschland gebracht. Ihnen wurde eine Anstellung als Au Pair Mädchen oder Kellnerin versprochen. Nach der Ankunft in Deutschland nahm man ihnen die Papiere ab. So konnten sich die Betroffenen im fremden Land nicht frei bewegen und blieben von den Banden abhängig. Diese wiederum zwangen die Mädchen und Frauen schließlich ihre Körper zu verkaufen.

Man geht heute davon aus dass jährlich 200.000 Zwangsprostituierte in der EU durch Menschenhändler an Zuhälter verkauft werden. Aufgrund der massiven Bürokratie, der auch in westlichen Ländern vorherrschenden Korruption und einer großen Angst vor den Aussagen auf der Opferseite verpuffen allerdings viele Maßnahmen, um gegen die Zwangsprostitution vorzugehen. Außerdem sind die Banden sehr gut organisiert und arbeiten professionell, so dass es schwer fällt, ihnen auf die Schliche zu kommen.

 

Zahlen und Statistiken zur Zwangsprostitution in Europa

Das Bundeskriminalamt hat im Jahr 2003 eine Erhebung aufgrund der in diesem Jahr durchgeführten Ermittlungsverfahren organisiert. Aus dieser gehen folgende Zahlen hervor:

  • Es wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, in denen 1.235 Opfer vorkamen.
  • Von diesen Opfern waren 1.226 Frauen und nur neun Männer.
  • 127 Opfer (10,7 %) besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit, der Rest kam aus dem Ausland.
  • 717 Opfer (58 %) waren zwischen 18 und 24 Jahre alt.
  • Fünf Prozent der Opfer im Jahr 2003 waren sogar minderjährig und zwischen 14 und 17 Jahren alt.
  • 80 Prozent der Opfer kamen aus Mittel- und Osteuropa.
  • Davon waren 317 Opfer (26 %) aus Russland.
  • 137 Opfer (11%) kamen aus Westeuropa.

 

Kontakt